Pflegegrad 4

Anfang des Jahres 2017 wurden mit dem Pflegestärkungsgesetz 2 die bis dahin geltenden Pflegestufen durch 5 Pflegegrade ersetzt. Mithilfe der Pflegegrade drückt man die Pflegebedürftigkeit eines Menschen aus. Der Pflegegrad beziffert auch die Höhe der Leistungen, die der Pflegebedürftige von der Pflegeversicherung erhält.

Der Pflegegrad 4 wird Menschen zugeteilt, die unter schwerster Beeinträchtigung ihrer Selbstständigkeit leiden.

Unter welchen Voraussetzungen erhält man den Pflegegrad 4?

Seit dem 01. Januar 2017 wird man anhand des Neuen Begutachtungsassessments (NBA) in einen Pflegegrad eingeteilt. Das NBA ist ein Begutachtungssystem, das ganzheitlicher operiert, als dies noch bei den Pflegestufen der Fall war. Mit dem NBA werden nicht nur körperliche und zeitliche Faktoren, sondern auch kognitive Faktoren in die Feststellung der Pflegebedürftigkeit einbezogen. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) vergibt anhand des NBA eine Punktzahl von 0-100. 100 ist hierbei die höchste Stufe der Unselbstständigkeit.

Den Pflegegrad 4 erhält eine pflegebedürftige Person, wenn der MDK ihr 70 bis <90 Punkte gibt. Das entspricht einer schwersten Beeinträchtigung der Selbstständigkeit dieses Pflegebedürftigen. Menschen, die vor 2017 die Pflegestufe 2 mit eingeschränkter Alltagskompetenz oder aber Pflegestufe 3 hatten, werden nun dem Pflegegrad 4 zugeteilt.

Leistungen für Pflegebedürftige mit Pflegegrad 4

Menschen, die Leistungen gemäß des Pflegegrades 4 beziehen, erhalten je nach Pflegeform unterschiedliche Gelder.

Werden sie von Privatpersonen gepflegt, erhalten sie eine monatliche ambulante Geldleistung von 728,00 €.

Werden sie ambulant von einem Pflegedienst gepflegt, erhalten sie ambulante Sachleistungen bzw. Pflegesachleistungen von 1.612,00 €.

 

Seit dem 1.1.2017 erhalten Pflegebedürftige aller Pflegegrade (1 bis 5), die zuhause gepflegt werden, zudem einen einheitlichen Entlastungsbetrag in Höhe von bis zu 125 Euro monatlich zusätzlich!