Die Pflegeversicherung im Überblick

In der Bundesrepublik gibt es fünf gesetzliche Sozialversicherungen die unterschiedliche Risiken abdecken. Zur sozialen Absicherung des Risikos der Pflegebedürftigkeit wurde am 1. Januar 1995 die Pflegeversicherunggeschaffen.  In den Schutz der sozialen Pflegeversicherung sind kraft Gesetzes alle einbezogen, die über ihre Gesetzliche Krankenversicherung versichert sind.

Wer privat krankenversichert ist, muss auch eine private Pflegeversicherung abschließen. Die Leistungen der Pflegeversicherung sollen den Pflegebedürftigen helfen, trotz seines Hilfebedarfs ein möglichst selbstständiges und bestimmtes Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht. Die Hilfen sind darauf auszurichten, die körperlichen, geistigen und seelischen Kräfte der Pflegebedürftigen wiederzugewinnen oder zu erhalten.

Desweiteren soll die Pflegeversicherung mit ihren Leistungen die häusliche Pflege und die Pflegebereitschaft der Angehörigen und Nachbarn unterstützen, damit die Pflegebedürftigen möglichst lange in ihrer häuslichen Umgebung bleiben können.

Es gilt: „ambulant vor stationär

Die Pflegeversicherung ist jedoch keine „Vollversicherung“ wie viele oft annehmen, die Leistungen werden nur zum Teil finanziert. Leistungen, welche nicht über die Pflegekasse gedeckt sind, müssen vom Pflegebedürftigen durch eigene Mittel finanziert werden. Reichen diese nicht aus, besteht auch die Möglichkeit finanzielle Hilfen beim Grundsicherungsamt zu beantragen. Ihr Pflegedienst hilft Ihnen bei der Beantragung!

Die Leistungen der Pflegeversicherung (nach §28 SGB XI)

  • Pflegesachleistung (§ 36) 
  • Pflegegeld für selbst beschaffte Pflegehilfen (§37) 
  • Kombination von Geldleistung und Sachleistung (§38) 
  • Häusliche Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson (§39) 
  • Pflegehilfsmittel und technische Hilfen (§40) 
  • Tagespflege & Nachtpflege (§41) 
  • Vollstationäre Pflege (§42) 
  • Kurzzeitpflege 

Bevor man Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen kann, muss der Pflegebedürftige (Versicherter), seine Angehörigen / Betreuer oder ein gesetzlicher Vertreter einen Antrag bei seiner Pflegekasse stellen. Diese beauftragt dann den Medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK) mit der Begutachtung, ob die Voraussetzungen der Pflegebedürftigkeit im Sinne des Pflegeversicherungsgesetztes erfüllt sind.

Neben der Prüfung der Voraussetzungen, legt der MDK auch fest welche Pflegestufe aus der Begutachtung heraus vorliegt. Die Entscheidung der Bewilligung trifft jedoch letztlich die Pflegekasse.


Die Erläuterung einzelner Leistungen der Pflegeversicherung

Die Pflegesachleistung
Hier wird die Pflege ausschließlich durch die Inanspruchnahme eines ambulanten Pflegedienstes sichergestellt.

Pflegegeld für selbst beschaffte Pflegehilfen 
Mit dem Pflegegeld soll hier die Pflege durch z.B. Angehörige, Verwandte oder Bekannte sichergestellt werden

Kombination von Geldleistung und Sachleistung 
Nimmt der Pflegebedürftige die Pflegesachleistung nur teilweise in Anspruch, erhält er daneben ein anteiliges Pflegegeld. Das Pflegegeld wird um den Vomhundertsatz vermindert, in dem der Pflegebedürftige die Sachleistungen in Anspruch genommen hat. Eine grobe Übersicht der Berechnung - als erste Orientierungshilfe - erhalten Sie unter Pflegestufen-/geld – Pflegegeldübersicht (Tabelle). 

Natürlich können die beiden Leistungen auch kombiniert werden.